Privjet ihr Lieben ,

Das Jahr 2013 startete für uns neben Album-Vorbereitungen,Konzerten und Proben mit einem Highlight.

Das  Goethe Institut hat uns nämlich für ein paar Konzerte und Workshops mal wieder auf Weltreise geschickt, diesmal nach Kasachstan. Zugegebenermaßen ein Reiseziel , auf das wir selbst wahrscheinlich nie gekommen wären und dessen Bedeutung und Größe wir erstmal bei Wikipedia nachschlagen mussten.  Umso spannender wurde unser Trip.

Hier mal ein kleiner Reisebericht 🙂

Angefangen mit Roccos Flugangst erhöhte sich der Abenteuerfaktor bei  11 Stunden Flug schon mal um ein vielfaches. Die Strategie: „Stell dir einfach vor, das Flugzeug ist ein Bus!“. Offensichtlich hatte der Pilot einen guten Tag, jedenfalls sind wir, völlig unerwartet, gesund und munter gelandet.

Angekommen in Almaty, nah an der Grenze zu China und mitten in der kasachischen Steppe, erwartete uns eine offene, lebendige und schmuddelige Tauschnee-Wetter Stadt. Wenn der Nebel nicht zu dicht war, sah man am Horizont die Schnee bedeckten Berge des Gebirgszuges des Tian-Schan. Nur der  Smog nagte an den Schleimhäuten und erinnerte uns  daran, wie gut man es mit seiner Berliner Luft eigentlich hat.

Und so tingelten wir übern den Gemüsemarkt, vorbei an der nach Zucker duftenden Schokoladenfabrik zur Moschee über die eisigen Straßen und landeten Abends in einer extrem kuscheligen Teestube. Wegen der starken Zeitverschiebung befanden wir uns zu diesem Zeitpunkt zwar schon in so einer Art Trance, aber nach müde kommt schließlich doof !

So wurde der Abend noch feuchtfröhlich und Rocco probierte sich nochmal an der “Domra“, einem kasachischen Nomadeninstrument mit nur 2 Saiten, bei dessen Benutzung es vor allem auf extrem hohe Geschwindigkeit ankommt. Hat nicht geklappt  😉

Das kasachische Abendessen hat uns nicht unbedingt zum Nachkochen inspiriert. Hier gibt es vor allem eins: Fleisch! Gerne auch einen Schafkopf auf dem Silbertablett, gegorene Stutenmilch oder scharf-muffig schmeckende Käsekugeln. Für uns zwei Yoga-Hippies war das also nicht Schlaraffenland, aber man findet auch in Almaty einen vegetarischen Inder 😉

Als wir dann am vorletzten Abend gerade gemütlich bei kasachischer Schokolade, Karamellkeksen und Chips aus der Minibar saßen, begann es im Hotelzimmer im 5. Stock auf einmal heftig zu ruckeln. Wenn man auf den Boden schaute, sah man, wie der Teppich Wellen schlug und man hörte, wie der Boden darunter knarrte. Unser erstes Erdbeben. Es war so schnell vorbei wie es gekommen war .Später hat  man uns gesagt, dass das zwar nur ein kleines Beben aus Kirgisistan war,dass man in Almaty aber schon seit längerem auf das nächste große Jahrhundert-Beben wartet. Insofern haben wir nochmal Glück gehabt.

Das Meiste nehmen wir  von den Menschen aus Kasachstan mit.

Schon zu Anfang wurden uns die Kasachen, als ein Volk vorgestellt, dass gern zeigt, was es kann. Als wir gerade mal wieder „Wir sind frei“ mit dem Publikum anstimmten, setzte eine Dame aus dem Publikum die Message einfach mal direkt um und legte einen Opern-Freestyle hin, dass es uns die Kinnläden nach unten klappte. Auch mit unserem Soundmann gabs noch ne kleine Session und selbst  der Security-Mann war gerne mit von der Partie. Einfach herrlich.

Unkompliziert läuft das auch mit dem Verkehr. Jeder nimmt einfach jeden mit dem Auto mit. Für umgerechnet ein paar Euro hälst du einfach für ein paar Minuten den Daumen raus und schon fährt dich jemand nach Hause. Jeder hilft jedem. Sollten wir in Berlin auch öfter probieren.

Nicht zuletzt, auch die vielen herzlichen Gesten und Worte unserer Zuschauer nach den Konzerten nehmen wir mit nach Hause.Ich glaube, wir haben noch nie so viele Autogramme auf Unterarme,Schulhefte und Cds geschrieben…

Wir bedanken uns bei allen Mitarbeitern vom Goetheinstitut  bei unseren Workshopteilnehmern und den Kindern aus der PASCH SCHULE für ihre Offenheit und für diese wunderbare Zeit.

Wir kommen bald wieder. Eure Berge.

kasachischblog